Südafrika – 5 Day Hiking Trail – Port St Johns to Coffee Bay

In meinem ersten Backpackers habe ich bereits den Flyer für diese 5-Tages-Wanderung gefunden und konnte den Tourstart die ganze Zeit kaum erwarten.

An einem Montag Morgen war es dann soweit und ich war schon am Abend zuvor so glücklich, auf meine Wanderfreundim Aileen aus Hamburg zu treffen. Am nächsten Morgen wurde uns unser Guide „Loy“ vorgestellt und wir waren uns von Anfang an Alle sehr sympathisch.

Unser Gepäck wurde mit einem Shuttle direkt nach Coffee Bay gebracht, sodass wir nur einen Tagesrucksack tragen mussten.

Und dann ging es endlich los. 61km waren angeschrieben, jedoch sind wir letztendlich (laut Loys GPS) 72km gewandert.

Nach 2,5 Stunden stoppten wir bei unserer ersten „Mama“ und da bekamen wir ein wirklich leckeres Mittagessen.

Danach ging es direkt zum ersten Ort, wo eine Flussüberquerung anstand.

Die ganze Zeit lang hatte ich mich schon gewundert, warum Loy andauernd „Sis“ oder „Sissi“ sagte. Zum Glück war „Sis Aileen“ dabei, die mich daran erinnerte, dass einen die meisten Blacks mit „Sis“ für Sister ansprachen.

Und schon am ersten Tag wusste ich, wofür man diese Wanderung angetreten ist …um solche Orte zu sehen:

Die zweite Flussüberquerung war nicht so einfach, da kein Bootsmann in der Nähe war. Deshalb musste unser armer Loy ans andere Ufer schwimmen, um die dicken deutschen Kartoffeln auf die andere Seite zu bringen 😂

Auf der anderen Seite angekommen liefen wir weiter zu unserer ersten Unterkunft im Madakeni Village. Dabei sah ich das erste Mal Mangrovenbäume, wobei ich sofort an meine liebe Freundin Moni denken musste, die in Tansania für diese Bäume forschte.

Kurze Zeit später war es soweit. Loy, Sis Aileen und ich sind bei der ersten Unterkunft angekommen. Hier am Eastern Cape ist das Hauptsiedlungsgebiet der Xhosa. Deshalb haben wir bei einer Xhosa Familie, in einem typisch runden Lehmhaus geschlafen.

Die sanitären Anlagen entsprachen natürlich afrikanischem Standard. Bei der Toilettenspülung galt das „Do-it-yourself“ – Prinzip mit Hilfe eines leeren Farbeimers und der blauen Regentonne. Die „Eimerdusche“ wurde mit halb gekochtem Wasser + halb Regenwasser befüllt uns sollte für uns beide reichen. Es war abzusehen, dass ich komplett eingeseift vergeblich nach einem Tropfen Wasser am Eimer wackelte 😄

Zur Begrüßung gab es -wie an allen Tagen- Kaffee, Tee und Xhosa-Brot. Zu diesem Zeitpunkt haben wir uns noch über das Brot gefreut.

Abends bekamen wir Grünkohl, Kürbismatsch, Hähnchen, Tomatensauce, kalte Kartoffeln und Reis.Mehr als erwartet!

Unsere erste Nacht hatten wir gut überstanden und unser Frühstück um 7:45Uhr bestand aus warmen Pap (siehe Post „Südafrikanische Küche“), Weet-Bix, Tomaten, Ei und natürlich Xhosa-Brot.

Gut gestärkt ging es weiter…

Auf unserem Weg sind wir an einer kleinen Ananasplantage vorbei gekommen und haben einer Mama direkt eine abgekauft. Unser Loy hat sie dann für uns mundgerecht geschnitten.

Was hat unseren Loy eigentlich zu unserem Lieblingsguide gemacht?:

  1. er hatte immer gute Laune
  2. er ist immer vor uns gelaufen und hat sämtliche Äste umgeknickt, damit wir nicht hängen bleiben
  3. am Gipfel eines Berges meinte er immer „Very good Sis and you are still so beautiful“ (und wir haben uns alles andere als „beautiful“ gefühlt 😂)

  Als wir am frühen Nachmittag in der nächsten Unterkunft im Tsweleni Village ankamen, gab es zwei Highlights:
 Zum einen war Sie Aileens Xhosa-Brot-Backtag
  und zum anderen haben wir die örtliche „Sangoma“ (Xhosa für Heilerin) besucht. Und dieser Besuch wird uns noch ewig in Erinnerung bleiben.

Als wir ankamen sollten wir uns erstmal in einen leeren Raum setzen. Da saßen wir einige Zeit“wie bestellt und nicht abgeholt“. Dann kam die Sangoma und sprach gleich von ihren beiden Söhnen, die wir ja heiraten könnten. Wir lehnten dankbar ab 😉
  In ihrem heiligen Reich setzten wir uns auf den Boden und sahen bei ihrer Zeremonie zu. Sie zündete Gras an, setzte ihr Perücke auf, zog ihren Umhang an und fing an zu beten, zu klatschen und am Gras zu schnüffeln.

Danach kam ihre Wundermedizin zum Einsatz. Wir sollten die Hände zur Faust ballen und die Arme überkreuzen, dann bekamen wir auf beide Handrücken etwas – naja dreckähnliches- aufgestreut. Das sollten wir dann essen. Und ich habe es schon angenommen, aber es war wirklich Sand und Erde gemischt mit Straßendreck! Die Sangoma war die ganze Zeit am lachen… genau wie wir!

Sie trommelte dann noch ganz wild herum und wir tanzten mit Loy dazu. Die kleinen Knaben des Dorfes habe ich gleich in mein Herzi geschlossen und sie waren ganz begeistert von der „Selfie-Funktion“ meines Handys.

 

 

 

Zum Abendbrot bereitete uns Loy einen Lobster zu, den wir auf unserem Weg einem Angler abgekauft hatten. Das war einfach köstlich!

Der dritte Tag war mit 16,1km etwas länger als die vorherigen und auch streckenmäßig anstrengender. Vor allem die direkte Sonneneinstrahlung hat so manchen Anstieg deutlich schwerer gemacht.

Der Weg war sehr abwechslungsreich und er bot genug Zeit, um ein paar Xhosa-Basics von Loy zu lernen.
  Hier ein kleiner Auszug:

Hallo zu einer Person = Molo

Hallo zu mehreren Personen = Molueni

Wie geht es dir? = Ungani?

Mir geht es gut. = Siphilile.

Danke = Enkosi


Zum Mittag gab es diesmal Kekse,  mit chemie-Erdbeerfüllung, aber bei dieser Kulisse haben selbst die geschmeckt.
  Auf dem weiteren Weg blieb Loy auf einmal stehen und lauschte einem Vogel. Denn die Laute des Vogels kündigten Regen an. Und kurze Zeit später zog sich tatsächlich der Himmel zu.

Angekommen bei der nächsten Mama im Lucingweni Village,  bekamen wir frischen Fisch serviert. Einige Kinder aus dem Dorf sind vorbei gekommen, um uns ihren traditionellen Tanz zu präsentieren.


An diesem Tag durfte ich meine Xhosa-Brotbackkünste unter Beweis stellen und ich konnte es kaum erwarten wieder Xhosa-Brot zu essen ^^
Da es an diesem Ort keine Elektrizität gab, durften wir bei Kerzenschein essen. Nachdem ich genüsslich etwas Hähnchen gegessen hatte, fiel mir ein, ein Bild von dem Essen zu machen. Dabei stellte ich mit Erschrecken fest, dass mein Hähnchen noch komplett blutig war. Ich habe es dann eher nicht mehr gegessen! (und liebste Mami, mir ging es am nächsten Tag immer noch gut :* )
  Am nächste Morgen war das Wetter deutlich schlechter. Kalt und Nieselregen. Da es ja nirgends ein Waschbecken gab, nutzen wir unsere Wasserflasche als mobiles Waschbecken, woran man sich nach kurzer Zeit wirklich gewöhnt hatte.

Loy fragte uns an diesem Morgen, ob wir die Tour, wegen den schlechten Wetterumständen, abbrechen wollen. Aber daran war für uns natürlich absolut nicht zu denken! Pff, Aufgeben, sowas gibt’s bei uns nicht!



  Wir wanderten durch Wälder, überquerten wieder einen Fluss und liefen an diesem Tag über 17km. Davon über 2km am Strand.
  
  Der vierte Tag war mit Abstand der härteste und wir waren letztendlich froh, dass das Wetter schlechter war. Der Standard der Unterkünfte war überall gleich und wir teilten uns auch in der letzten Nacht einen „Duscheimer“ und schliefen wieder auf einer Matratze auf dem Boden.

In diesem Haus im Tshani Village, verbrachten wir unsere letzte Nacht und uns stand nur noch ein Tag Wandern bevor. Wir konnten es kaum erwarten, endlich eine normale Dusche und Toilette zu benutzen.

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Als Zeichen dafür, dass wir ein Team sind, kauften wir uns und Loy ein kleines Armband, was uns immer an unsere tollen 5 Tage erinnern sollte.

Und dann war es endlich soweit, Loy kündigte an, dass wir nach diesem Hügel Coffee Bay erreicht haben. Und darüber haben wir uns wirklich gefreut.

Der letzte Tag war im Gegensatz zu den anderen wirklich kurz. Da blieb genug Zeit, um den ganzen Tag uns selber zu feiern und fleißig Hunters dry (Cider) zu verköstigen.

Fazit:

Diese 5 Tage und 4 Nächte bei den Xhosa Familien haben mir wirklich gezeigt, wie wenig man zum leben braucht und wie glücklich man trotz alledem sein kann. Ich hatte das Gefühl das wahre Südafrika am Eastern Cape kennen gelernt zu haben und kann diese Tour nur jedem weiter empfehlen.

 

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Sis Aileen und ich waren wirklich froh auch den nächsten Tag noch miteinander verbringen zu können, da wir uns irgendwie aneinander gewöhnt hatten.

Liebste Sie Aileen,

Vielen vielen Dank für die wundervolle Wanderung mit dir. Ich hätte mir keine bessere Begleitung vorstellen können!

Wir sehen uns in Hamburg und dann wird Xhosa-Brot gebacken, wir sind schließlich die Profis 😉

 

Am Sonntag musste ich mich dann leider von Aileen verabschieden und nutzte den Nachmittag, um meine erste Surfstunde bei Oscar, den ich bereits in Umzumbe traf, zu nehmen. Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so viel Spaß bringt. Ich habe meine vorletzte Welle sogar gestanden und mit so einem kleinen Erfolgserlebnis freue ich mich schon sehr auf meine nächste Surflesson.

 

Und wenn man einmal in so einem coolen Wetsuit ist, darf eine Selfie-Session natürlich nicht ausfallen… 😉

TINA.

3 Gedanken zu “Südafrika – 5 Day Hiking Trail – Port St Johns to Coffee Bay

  1. Mambo liebe Tina, …einfach genial … das ist Afrika … einmalig und voller Herz! Genieße die Zeit und schließe alle Erlebnissse und Eindrück ganz fest in deinem Kopf und Herz ein! Grüße mir den Kontinent ganz doll (gern auch einen Knuddler für die Elefanten und Mangroven natürlich;-). Ganz liebe Grüße – Hakuna matata!

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  2. Liebe Tina,
    die drei G’s wünschen dir fröhliche Weihnachten in Südafrika! Wir verfolgen mit Freude deine Reiseberichte und wünschen dir noch viele schöne Erlebnisse.
    Komm gut ins Neue Jahr!
    Gaby, Günter und Gudrun

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